Fotobericht: Borneo-Reise zu den Kopfjägern (Dayak) am Mahakam in Ostkalimantan

Mahakam

Wilde Geschichten über die Kopfjäger in Borneo weckten unser Interesse über dieses Land in Südostasien. Bei meinen aquaristischen Tätigkeiten hatte ich immer wieder mit Aquarienfischen aus Kalimantan Timur (dt. Ostkalimantan) zu tun. Aufgrund unserer Reiselust nach neuen Abenteuern beschlossen wir im Jahr 1998 unsere erste Indonesien-Fischfangreise zum Mahakam-Fluss in Ostkalimantan. Bei einer Fahrt mit einem Hausboot auf dem Mahakam und seinen Nebenarmen hatten wir die Möglichkeit, nach Aquarienfischen zu suchen und zugleich mitten in einer fantastischen Tier- und Pflanzenwelt die Kultur der Dayak zu erkunden. Der Mahakam-River ist der längste Fluss in Ostkalimantan; seine Windungen erstrecken sich fast 1.000 Kilometer ins Innere der Insel bis in die Berge an der Grenze zu Malaysia und führen mitten durch das Land der Dayak. Da wir von den abenteuerlichen Erlebnissen unserer ersten Mahakamreise 1998 so überwältigt waren, beschlossen wir in den folgenden Jahren 2000 und 2002, mit dem gleichen und bestens bewährten Führer das Mahakamgebiet weiter zu erforschen. Alle hier gezeigten Bilder stammen von diesen drei Reisen.

Was die Begegnungen mit den Dayak-Kulturen in Kalimantan Timur anbelangt, hier noch einige grundsätzliche Ausführungen und Erläuterungen: Als Dayak bezeichnet man die indigene Bevölkerung der Insel Borneo. Das Siedlungsgebiet umfasst die gesamte Insel Borneo. Einige Dayakstämme leben immer noch zurückgezogen in Primärwäldern von Borneo. Heute haben die meisten Dayak ihre ursprüngliche Lebensweise aufgegeben und führen in Städten ein modernes Leben mit Schulbildung und moderner Technik. Die Dayak (Kopfjäger) wurden in Europa bekannt, weil einige Stämme den Ritus der Kopfjagd praktizierten. Bei Raubzügen enthaupteten sie ihre Feinde und nahmen den Schädel als Kriegstrophäe mit. Bekanntheit haben Dayak auch durch Körperschmuck und spezielle Tätowierungen erfahren. Dayak-Frauen mit Langohren sind durch ihre mit Gewichten oder mit vielen schweren Ohrringen stark gedehnten Ohrläppchen bekannt. Das Mahakam-Gebiet in Ostkalimantan wird von verschiedenen indigenen Dayak-Stämmen bevölkert. Ein typisches Dorf der Dayak besteht aus einem Langhaus, in dem früher bis 50 Familien wohnten. Die Dayak-Bevölkerung am Mahakam lebt heute auch in kleinen Familienhäusern. Die Langhäuser dienen heute als Museum und für kulturelle Veranstaltungen.

 

Wie immer haben wir für Sie alle im Folgenden gezeigten Fotos mit Bildunterschriften erläutert.

Abenteuer Borneo - Mahakam-River

Benuaq Dayak Kultur

Die Fotos zeigen einen Tanzabend mit Musik und Tänzen der Benuaq Dayak im Langhaus Tanjung Isuy mit einem Zeremoniell der traditionellen Medizin.

Bahau Dayak Kultur

Wir sind auf der Suche nach den letzten Dayaks mit Langohren am oberen Mahakam-Fluss - zuerst mit dem Hausboot, dann Weiterfahrt mit dem Kanu wegen zu niedrigen Wasserstands bei der Fahrt nach Rukun Damai. Es folgt die erste Begegnung mit einer Dayak-Frau, die ihre Ohrläppchen durch das Tragen schwerer Gewichte verlängert hat. Alle Dayaks mit Langohren, die wir bei der Reise im Jahr 2000 getroffen haben, waren über siebzig Jahre alt. Heute leben nur mehr wenige von ihnen. In Long Hubung traf man gerade Vorbereitungen für eine Hochzeit. Wir wurden gleich herzlich eingeladen, teilzunehmen. Im Haus der Braut wurden in versammelter Runde der Dayak-Frauen aus Reismehl fingerdicke Nudeln geformt und anschließend von deren Männern in Öl herausgebacken für die Hochzeitsgäste. Unsere Reise geht weiter nach Tering Baru, in diesem Dorf waren wir schon zum dritten Mal zu Besuch. Unser erster Weg führt uns wie immer zu unserer Freundin Boa Daun, sie zeigt uns, wie sie ihren Alltag verbringt. Anschließend durften wir die Bahau Dayak Frauen bei ihrer traditionellen Zeremonie des Betelnusskauens filmen. Zum Schluss ein Bahau Dayak Fest mit den letzten alten Langohrfrauen aus Tering Baru.

Kenyah Dayak Kultur

Am Oberlauf des Mahakam besuchten wir mehrere indigene Siedlungen des Kenyah-Stammes. Kenyah Dayaks spielen auf der Sape, dem typischen Saiteninstrument der Dayaks. In Lekag Kidau waren wir auch schon das zweite Mal. Alle freuten sich riesig über Fotos von unserem letzten Besuch und zeigten uns ihre schönsten Trachten mit dem Messingschmuck. Die Dayaks mit Langohren und Tätowierungen haben den höchsten Status in der Dayak-Kultur. Die traditionelle Musik, Lieder und Tänze werden an die Jungen weitergegeben. Bei beeindruckenden Tanzfesten in ihren Langhäusern durften wir eine unglaubliche Kultur erleben.

Orang-Utan-Baby in illegaler Gefangenschaft

Auf der Suche nach Orang-Utans am Mahakam-River erfuhren wir von unserem Führer Suriady, dass in den Dörfern entlang des Mahakam noch sechs Orang-Utans in privaten Häusern leben. Bei den großen Waldbränden haben viele Orang-Utan-Babys ihre Mutter verloren, in Dayakdörfern wurden einige mit der Flasche aufgezogen. Da die private Haltung von Orang-Utans seit einigen Jahren verboten war, durften wir aus Angst vor Beschlagnahmung keine privaten Orang-Utans sehen. In einem Dayak-Dorf konnte unser Führer einen Besitzer von einem Orang-Utan-Baby überreden, uns den kleinen Kerl zu zeigen. In der Hoffnung, uns das Orang-Utan-Baby für 500 US-Dollar verkaufen zu können, durften wir es fotografieren und filmen. Nach längerem Warten brachte der Besitzer das kleine verängstigte Häuflein Elend aus seinem Versteck. Mit Entsetzen sahen wir, dass der Kleine mit einer Kette um den Hals gefangen gehalten wurde. Bei unserem zweiten Besuch versuchte ich mehr zu erfahren. Als der Besitzer das Baby aus seinem Versteck holte, folgte ich ihm. Ein stechender Uringeruch kam aus einem finsteren Raum und ich sah, wie der Kleine mit einer Kette um den Hals im eigenen Kot und Urin in einer Ecke kauerte. Wir versuchten in den letzten Tagen vor unserer Rückreise alles, um das illegal gefangen gehaltene Tier zu befreien, mussten aber leider feststellen, dass die Polizei trotz der Gesetze nicht handeln wollte. Auch der holländische Orang-Utan-Schützer Willie Smits hatte vergebens versucht, den Kleinen in sein Rehabilitationszentrum in der Nähe von Samarinda zu holen. Wir können nur hoffen, dass es dieser Orang-Utan letztlich doch noch in die Freiheit schaffte.

Orang-Utans im Rehabilitationszentrum in Ostkalimantan

Es gibt in Ostkalimantan mehrere Forschungsstationen und Rehabilitationszentren, in denen Orang-Utans (Pongo pygmaeus) aus illegaler Haltung befreit werden und wo man sie für ein Leben in freier Wildbahn mehrere Jahre trainiert und anschließend in geschützte Gebiete frei lässt. Sie werden an bestimmten Plattformen täglich zweimal absichtlich mit eintöniger Ernährung wie Bananen und Milch gefüttert, um sie zu ermutigen, sich in der Wildnis selbstständig Futter zu suchen. Ranger kontrollieren täglich ihre Schützlinge und sind verantwortlich für das Wohl der Tiere, die in den Wäldern rund um das Zentrum leben. Bestimmte Bereiche in den Schutzgebieten sind offen für Touristen. In Begleitung eines Führers konnten wir halbwilde Orang-Utans von den Bäumen locken und aus nächster Nähe betrachten. Die Einnahmen mit den Touristen kommen der Station zu Gute.

Wildlebende Orang-Utans in Ostkalimantan

Durch die Brandrodungen und fortlaufenden Abholzungen der Primärwälder in Ostkalimantan werden die Lebensräume der Orang-Utans immer kleiner und die wildlebenden Menschenaffen werden immer weiter zurückgedrängt. Sie leben in schwer zugängigen Gebieten im Inneren von Ostkalimantan. Wir waren mit einheimischen Führern auf so genannten Holzbringstrassen unterwegs und konnten das Ausmaß der Zerstörung kaum fassen. Durch die schlechten Erfahrungen mit den Menschen sind die Orang-Utans (Pongo pygmaeus) sehr scheu geworden. Wenn wir das Glück hatten, einen im Wald entdecken, war er auch schon wieder weg oder floh auf einen hohen Baum in die Kronen und war für uns nicht mehr zu sehen. Wir wurden auch einmal von einem tobenden Männchen mit Ästen beworfen, dass wir das Fürchten lernten. Wir haben uns alles einfacher vorgestellt. Unsere Führer halfen uns, die Orang-Utans anzufüttern und mit versteckter Kamera konnten wir einige Videos machen. In der Nähe konnten wir die Motorsägen hören, wie ein Baum nach dem anderen umgelegt wurde.

© Franz Kern & Eva Blüthl      Linz/Österreich

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Kommentare: 2
  • #1

    https://borneoartifact.com (Freitag, 09 November 2018 14:17)

    good article and thank you for sharing

  • #2

    World best astrologer (Dienstag, 04 Juni 2019 09:39)

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